warum analog ?

Nein. Wir sind keine ewig Gestrigen. Ganz im Gegenteil. Als IT Spezialist war ich stets mit aller neuester Technik konfrontiert und habe diese auch zu jedem Zeitpunkt mit Freude ausgelebt. An einem Punkt angekommen, stellte ich aber für mich fest, daß ähnlich wie beim Überangebot im Fernsehen, der stete Zugriff auf Massendaten an Musik dazu führt, dass man genusslos zu konsumieren beginnt. Man "zapt" sich durch Musik, getrieben von dem ständigen Gefühl, etwas zu verpassen oder etwas anderes hören zu möchten. Der ehemalige mit Genuß zelebrierte Hörakt der vollständigen "Platte" eines Interpreten wurde immer seltener ausgeübt.

Die aufgrund schlechter Samplingraten und mangelhafter Konverter sinkende Tonqualität führte zu einer Verzerrung der eigenen Definition von "gut" und "schlecht". Solange die Dynamik stimmte, war man mit dem Ergebnis der Klangkonserve zufrieden. Dies änderte sich schlagartig, als ich aus einer Nostalgie an meine eigene Vergangenheit meinen längst vergessenen Thorens Plattenspieler meiner Jugend aus dem Keller meiner Eltern zog. Versehen mit einem aktuellen Tonabnehmer und erweitert um eine Röhrenendstufe des englischen Herstellers Audion, besann ich mich plötzlich wieder der Zeiten, in denen Musik etwas einzigartiges für mich war. Gelebt im Augenblick und mit einem Anfang und Ende versehen: Der Spieldauer eine Langspielplatte. Wer sich auf die analoge Musikwiedergabe einlässt, wird seinen CD Spieler verstauben lassen. Unabhängig davon, wie gut er ist.

In naher Zukunft existieren nur noch zwei Datenträger. Bits & Bytes auf einem beliebigen digitalen Stream und ... Vinyl. Wer aufmerksam den Markt beobachtet, kann dies heute schon feststellen.